Regeln der Koketterie             

Es muss ein Vorrat an Reizen da sein ,um kokett sein zu dürfen. Das ist die wichtigste Regel.Die echte Frau darf kokett sein, bis zu einem erlaubten Grade, muss sie es sogar sein. Gleichgültigkeit ist ein Fehler. Wir kommen in Verlegenheit, wenn wir die Grenzen der Zulässigkeit und Unzulässigkeit bestimmen wollen. Man kann etwa sagen, sie liegen dort, wo der Ernst beginnt...aber dann ist es vielleicht schon zu spät. Denn mit dem Feuer darf man nicht spielen.
 
 
 Auf der Straße:
          Schutz gegen Zudringlichkeit.
 Jede Frau weiß, dass sie die Feuerprobe über den Wert oder Unwert eines neuen Kleides im Mienenspiegel der Vorrübergehenden nur auf der Straße machen kann. Über eine Promenade .. mitten durch alle Welt...wird eine einzelne jüngere Frau oder ein Mädchen gewiss nicht im Spazierschritt gehen; muss sie dort zufällig vorbei so wird sie sich an den freien Straßenrand halten und eiligen Schrittes, ohne viel die Leute anzusehen, das Freie zu gewinnen suchen. In der Regel genügt ein Päckchen, das die Dame trägt, oder eine zusammengerollte Zeitung, um sie vor jeder Straßenzudringlichkeit zu schützen.

 Schmuck    

  Junge Mädchen tragen niemals Diamanten, selber nicht an ihrem Hochzeitstage in der Kirche; haben sie einen solchen Schmuck erhalten, so legen sie denselben erst am Abend zum Ball an. Der passende Schmuck sind eine Perlenkette, Korallen, Türkise a la russe gefasst, d.h. in Silber, ein Medallon oder ein Kreuz am schwarzen Samtbande, eine einfache Uhr ohne Kette.  
 
Nach ihrem zwanzigsten Jahre ist ihnen schon reicherer Schmuck gestattet, z.B. Granate, Amethyste, Kameen und emaillierte Schmuckgegenstände, aber keine Diamanten.
Verheiratete Frauen tragen die edleren Steine, wie Topase, Rubine, Saphire, Opale, Smaragde und Diamanten.
Einen Siegelring halten wir für Damen nicht geeignet.
Berechtigen alter Adel oder besondere Familientraditionen zum Anlegen desselben, so trägt ihn eine verheiratete Frau auf dem kleinen Finger der rechten Hand.
 

Winke für Oper und Konzert.

Die erste Pflicht einer Theaterbesuchenden ist angemessene Toilette. Dass man Opernglas und Textbuch selbst mitbringt, ist man dem eigenen Behagen schuldig.
Das Aufstehen im Zwischenakt ist, wie es im „Guten Ton für alle Lebenslagen“ heißt, nur den Herren gestattet; sie dürfen dann umgedreht stehen bleibend, die Zuschauer betrachten.
Damen in den vorderen Reihen dürfen sich auf ihren Sitzen leicht umdrehen. Der Gebrauch des Opernguckers zur Musterung der Besucher ist ein allgemeines gegenseitiges Zugeständnis des Publikums.
 Ob Damen Beifall äußern dürfen oder nicht, ist eine Temperamentssache; sich augenblicklich hingerissen zu fühlen, kann auch der feinsten Weiblichkeit begegnen und ist jedenfalls ein Triumph der Kunst.
Junge Mädchen gehören in keine Erstaufführung, von der ja kein Mensch wissen kann, was sich unter einem harmlos klingenden Titel verbirgt. So wie der Schlüssel zum Bücherschrank abgezogen bleiben muss und nur geeignete Romane in die Hände der jungen Welt kommen sollten, so darf man auch hier nicht darauf rechnen, dass der liebe Engel „das“ ja doch nicht versteht – was meistens ein Irrtum ist.

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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